Imago – das reife Stadium einer Band
Bast und Nico kennen sich seit ewigen Zeiten, unternahmen schon immer viel gemeinsam, hörten viel Musik – viel Grunge, klar; sonst Tool, Incubus, Melvins, Rage Against The Machine, … Den Entschluss, selbst Musik zu machen bewirkte aber eher das Durchhören der Plattensammlung von Bastians Vater Axel, der auch die Band managt: Das war Musik aus den 60ern und 70ern – Deep Purple, Pink Floyd, Led Zeppelin, Jimmy Hendrix, The Doors, …
Drummerin Melina hört unter anderem auch Hiphop. Sie spielte zunächst in einer anderen Band – erst Bass; als dort der Schlagzeuger ausfiel, wechselte sie kurzerhand an die Drums. Bast und Nico spielten ursprünglich mit einer anderen Schlagzeugerin, die irgendwann Probleme mit einer Sehnenscheidenentzündung bekam und aufhören musste. Da stieg Melina bei den Jungs ein.
Als sich Bast und Nico vor knapp zehn Jahren Instrumente zulegten und zu spielen begannen, hatten sie weder Ahnung vom Spielen, noch vom Stücke schreiben. Eine Vorstellung davon, wie es klingen und sich anfühlen sollte, war immer da, nur war man anfangs nicht in der Lage die Vorstellung zum Leben zu erwecken. Ihnen war klar, dass es einige Zeit dauern würde, die Fähigkeiten zu entwickeln, ihre musikalischen Ideen umzusetzen. Deshalb beschlossen sie den Prozess unter dem Bandnamen „Still Born“ in einer Trilogie festzuhalten. Die CD-Titel beziehen sich auf die Entwicklungsstadien der Insekten. So wurden die ersten beiden CDs (schon mit Melina aufgenommen) „Larva“ und „Cocoon“ betitelt.
Mittlerweile können die drei musikalisch das ausdrücken, was zuvor nur als Vision existierte. Weshalb die dritte Platte – erschienen am 1. April diesen Jahres – folgerichtig den Namen trägt, den die Band selbst inzwischen angenommen hatte: „Imago“ (In der Zoologie bezeichnet der Begriff „Imago“ das erwachsene geschlechtsreife Insekt nach der Verpuppung oder der letzten Häutung).
Aufgenommen wurde die CD im Übungsraum der Band, der zu diesem Zweck kurzerhand zum Tonstudio umfunktioniert wurde. Imago ist aber eigentlich eine Live-Band, wie ich mich bei meinem Besuch überzeugen konnte. Eben noch im entspannten Gespräch, gehen die drei auf kurze Nachfrage an ihre Instrumente und legen direkt los. Kraftvoller, mitreißender Grunge Metal, in dem das Trio völlig aufgeht.
Auf der aktuellen CD findet sich übrigens auch der Song „The Customs of the Sea“. Mit dem Video zu diesem 8-minütigen Instrumentalstück nahmen Imago im März am Feed-Magazin-Band-Contest teilnahm. Gedreht wurde es von Marc, einem Freund der Band. Man beratschlagte einige Zeit gemeinsam, wie alles aussehen sollte und erarbeitete dann das Drehbuch. Die Aufnahmen fanden in einer Schulaula statt – an einem Wochenende, drei Tage lang jeweils von mittags bis in die frühen Morgenstunden. Das eigentümliche Licht bewirkten die Plane, mit der die Wände verhangen wurden und dahinter aufgestellte Scheinwerfer. Für die fließenden Bildläufe hatte man eigens einen Kamerawagen gebaut. Alles wurde mehrmals gedreht, um durch Überblendungen die geisterhafte Stimmung des Videos erzeugen zu können.
Mit dem Clip war die Band am Ende gar nicht mal sooo weit vom Finalrundeinzug entfernt. Wo sie landen, wenn nicht nur die eigene Fanbase, sondern auch eine sachverständige Jury zu entscheiden hat, zeigte sich vergangenes Jahr, als die Band das Deutschland- finale des Local Vision Band Contest für sich entscheiden konnten.
Auch wenn mit der CD “Imago” die Trilogie abgeschlossen ist, hat die Band noch Einiges vor: das nächste Musik-Video ist in Vorbereitung, und man schreibt auch schon an den Songs für die nächste Platte. Live erleben kann man Imago zunächst am 20. August bei der Open Air-Nacht am Gransee / Brandenburg. Wer die Band demnächst in seiner Nachbarschaft erleben möchte, kann sie „anfordern“ – via „demand it!“. Veranstalter- anfragen sind erwünscht und zu richten an booking(at)imagoband.com. Dass wir Euch hier über die weitere Entwicklung von Imago auf dem Laufenden halten, versteht sich von selbst.
Fotos: Imago (Eigentlich: Max, ein Kumpel der Band, der zufällig vorbeikam. Bild oben und Startseite, sowie Bilder unten: 1, 6, 8, 9, 14, 15); sowie Karsten Marowski, Feed-Magazin (Bilder unten: 2-5, 7, 10-13).



















[...] Mel, Bast und Nico hatten wir Euch im Sommer schonmal vorgestellt. Über Musik zu schreiben ist immer so eine Sache. Man findet nie die richtigen Worte. Ich lese ganz selten mal eine Rezension, die treffend, instruktiv oder gar geistreich – neu – wäre; das meiste liest sich abgelutscht. Das liegt weniger daran (obwohl manchmal vielleicht auch), dass die Leute nicht schreiben können, sondern daran, dass man Musik schlecht in Worte fassen kann (gute noch schlechter als schlechte). Musik muss man hören; und wenn es um einen Auftritt geht: auch sehen. [...]