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Die Kids würden es lieben, wäre es etwas anderes als das, was es ist

von Karsten Marowski / 4 Kommentare
19.10.2011 um 19:49 Uhr

Vorneweg: Es gibt nichts weltbewegend Neues von unserer Seite; noch kein Go für die nächste Print-Ausgabe. Nur soviel: Wir haben uns nach den kleinen Umfragen neulich entschieden, in jedem Fall das Print-Modell weiterzuverfolgen und ein verlinkbares E-Magazin als Zugabe, und nicht als alleinigen Ersatz, anzubieten. Was die Finanzierung des weiteren Print-Programms angeht, sind wir aber noch nicht auf der sicheren Seite.

Eine einfache Rechnung: Wenn wir mit Feed im nächsten Jahr zweimonatlich erscheinen würden (das wäre im Prinzip der Plan gewesen), hätten wir für zwei Monate über den Daumen Kosten von 20.000 Euro: das sind die Kosten für je eine Print-Ausgabe mit allem drum und dran (Inhalte, Layout, Druck, Distribution) von (je nach Seitenumfang) 12.000-14.000 Euro plus die laufenden Kosten (Personal, Büro etc) für zwei Monate (ca. 6.000 Euro). Davon können wir nach optimistischer Schätzung 15.000 über die Werbe-Einnahmen decken. Das heißt es müssten dann für das erste Halbjahr 2012 (3 Ausgaben) 3mal 5.000 = 15.000 Euro aus anderen Quellen kommen. 10.000 davon fehlen im Moment. So sieht´s aus.

Wir hatten schon darüber nachgedacht, einfach ein Erscheinungsdatum bekannt zu geben, mit der Akquise zu beginnen, um dann zu sehen, wie hoch die Deckungslücke überhaupt ausfällt – vielleicht läuft es ja besser als erwartet und man kann die Kosten weitgehend durch die Einnahmen decken. Aber erstens wäre das vielleicht nicht ganz seriös (und das sind wir ja in jedem Fall: „seriös“): Kunden anzusprechen, wenn die Chancen, dass die betreffende Ausgabe tatsächlich erscheint bestenfalls fiftyfifty stehen. Und zweitens: mal ganz ehrlich – nach den Erfahrungen dieses Jahres sind die o.g. Einnahmen von 15.000 Euro eine optimistische Schätzung. Ihr müsst Euch also noch etwas gedulden. In diesem Jahr jedenfalls wird es keine Print-Ausgabe des Feed-Magazins mehr geben. Tut uns ja auch leid.

 

Das neue rundum verbesserte Feed-Magazin

Vieles hängt natürlich am Konzept. Mit einem überzeugenden inhaltlichen Angebot kann man Anzeigenkunden wie Sponsoren leichter überzeugen als mit einem weniger über- zeugenden. Und natürlich gab es da bei uns bislang ein paar Schwachpunkte.

Ich will einerseits unser Licht auch nicht unter den Scheffel stellen – einige der Beiträge der letzten Ausgaben sind absolut lesenswert und einzigartig; auch der Stil der meisten Artikel ist glaube ich ziemlich besonders. Alles Dinge, derentwegen ich beispielsweise das Magazin kaufen würde, wenn es mir im Laden unterkommen würde – andererseits zeichneten sich die letzten Ausgaben auch durch eine ziemlich unübersichtliche Rubriken-Struktur und durch eine beliebig scheinende Auswahl der Inhalte aus. Der Leser kann sich nicht so richtig auf ein Programm einstellen; weiß nicht, was ihn erwartet. Es gibt m. M. nach auch ein qualitatives Gefälle: neben großartigem und einzigartigem Content, solcher der eigentlich in kein Magazin gehört – welcher inhaltlichen Ausrichtung auch immer.

Ein Reiz einerseits, andererseits ein großes Problem ist die beträchtliche inhaltliche Bandbreite und die große Zielgruppenstreuung. Allerdings ist das im Rahmen unseres Ansatzes auch nicht hundertprozentig zu lösen. Die thematische Bandbreite war ja von Anfang an ein Eckstein unseres Projekts. Wenn man der Meinung wäre, das das keinesfalls geht, müsste man ein GANZ anderes Magazin machen. Ich glaube aber immer noch, dass es möglich sein müsste, eine vielseitig interessierte, durchschnittlich bis überdurchschnittlich versierte Internetnutzerschaft / 20-40 Jahre (gefühlt) in ihrer Gesamtheit anzusprechen.

Ein paar Sachen wollen wir in Zukunft anders machen: Wir wollen allzu nerdig-sprödes auf der einen und allzu belanglos-werbemäßiges auf der anderen Seite vermeiden. Die einzelnen Rubriken sollten einen deutlicheren Internetbezug haben. Zum Beispiel sollen zukünftig in der Musik-Rubrik neben Bands und Platten auch spezifische Web-Angebote wie Spotify/Simfy/Grooveshark, oder MP3-Blogs (von Hypemachine-Charakter) u. a. vorgestellt werden. Nur als ein Beispiel.

Dann soll es zukünftig keine eigenständige Tech-Rubrik geben, sondern in jeder Rubrik als eine entsprechende Unter-Kategorie auftauchen: in der Musik-Rubrik eine Doppel- seite über Aufnahmetechnik, DJ-Equipment sowie Gerätschaften, mit denen man Musik konsumieren kann. In der Bücherecke könnten auf ein, zwei Seiten E-Reader vorgestellt werden. Entsprechend in einer Fotografie-Rubrik mindestens eine Seite zu Fototechnik.

Außerdem geplant: Serien! Dinge auf die sich der Leser einstellen kann. Zum Beispiel eine Serie „Kampfausrüstung“, in der (Tech-)Blogger beschreiben, welches Equipment (Smartphones, Tabs/Pads, Netbooks/Macbooks) und welche Dienste sie wie nutzen, wenn sie auf Messen oder sonstwie aushäusig sind (gibt´s das Wort überhaupt?).

In jeder Ausgabe sollte eine Kontroverse zu einem tagesaktuellen oder immer aktuell bleibenden Thema geben. Wenn man beispielsweise ein Streitgespräch zwischen einem Apple-Hater und einem Apple-Fanboy ins Programm nehmen wollte, wüsste ich schon zwei geeignete Kandidaten. Nur als Beispiel.

Was auch witzig sein könnte: wechselseitige Interviews (vielleicht fällt einem da noch einbesseres Label ein). Zwei Personen des „öffentlichen Interesses“ interviewen sich gegenseitig. Frau Hawk: „Stellen Sie sich doch mal vor, Herr Budde!“ Herr Budde: „Nun ja, ich häkele Schweine. Und wer sind eigentlich sie, Frau Hawk?…“. Man kann solche Inter- views natürlich mit einem gewissen Ernst führen; ganz nach Belieben der Gesprächs- partner. Amüsant wäre das aber in jedem Fall, denk ich.

Das alles nur als Beispiele. Anregungen und Wünsche Eurerseits sind herzlich will- kommen. Sollten wir demnächst in der glücklichen Lage sein, Euch einen Erscheinungs- termin bekannt geben zu können, würden wir Euch am Entstehungsprozess der nächsten Ausgabe teilhaben lassen. Es ist geplant dann immer etwas zum aktuellen Stand und zu den Inhalten zu posten, die gerade für die Print-Ausgabe bearbeitet werden.

 

Was läuft online? Läuft was?

Ob es wohl möglich ist, das Online-Programm hier in der Zwischenzeit etwas interessanter zu gestalten? Vor fast einem Jahr – im Anschluss an unseren ersten Facebook-Wettbewerb – kam die Idee auf, regelmäßig Fan-Porträts oder Fan-Beiträge zu posten. Kleine (jedenfalls nicht notwendigerweise aufwendige) Beiträge, in denen sich die Fans selbst vorstellen; oder ihr Projekt / ihren Blog, falls vorhanden, oder in denen sie beschreiben, wie ihr Alltag aussieht oder – immer interessant – welches Equipment / welche Dienste sie wie nutzen. Ihr hättet völlig freie Hand, was schamlose Eigenwerbung angeht, und es wäre mit Sicherheit spannender Content. Ist doch für Euch bestimmt interessant zu sehen, wer sonst noch diese doofe Zeitung hier gelikt hat. Man könnte auf die Art sowas wie Community Building betreiben. Oder nicht? Wir hatten die Idee – auf vielfachen und wiederholten Wunsch – immer mal wieder in Ankündigungen aufgegriffen und dann irgendwie nie die Kurve gekriegt. Sollte man das mal ernsthaft angehen? Ich wär dafür.

Apropos Facebook-Wettbewerb. Wir hatten ja ursprünglich vor, dieses Jahr noch einen Facebook-Wettbewerb zu starten. Es war wie immer geplant, den Contest in Verbindung mit der nächsten Print-Ausgabe durchzuführen. Der Sieger hätte neben der Siegprämie den Platz auf der Titelseite und in der Titelstory erhalten. Diesmal sollte es um den eindrucksvollsten Punkt eines Ballsport-Teams gehen: das Video, das nach Meinung der abstimmenden Fans das eindrucksvollste Tor, den spektakulärsten Slam Dunk, den sensationellsten Touch Down zeigt, hätte gewonnen. Das hätte mit Sicherheit funktioniert. Wir hätten nach dem Wettbewerb 10.000 Fans oder mehr gehabt.

Aber abgesehen davon, das wir das Erscheinen der nächsten Print-Ausgabe vorerst weiter verschieben müssen: Wir sind uns inzwischen überhaupt unsicher mit diesen Wettbewerben. Einerseits erfreut es das Herz, die Zahl der Fans steigen zu sehen, andererseits sind wir inzwischen unsicher, was diese Wettbewerbe angeht. Fanzahlen sind nicht alles. Es kommt auch auf die Qualität bzw Intensität der Zugeneigheit an (und nicht nur darauf, dass man einfach nur vergessen, die betreffende Seite zu disliken); und die wird nach meinem Gefühl durch solche Wettbewerbe eher gefährdet als verstärkt (oder was meint Ihr?). Wir sind uns also nicht so ganz sicher, ob wir den geplanten Wettbewerb noch nachholen sollen, selbst wenn wir demnächst den Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe bekannt geben könnten.

Ach übrigens, wir ziehen gerade um (in the real world, mein ich. Web-Adresse und alle Online-Kontakte bleiben gleich): Von der Friedrichstraße in die Wiclefstraße (House of Clouds. Ein Coworking Space). Wohl auch eine kleine Piraten-Hochburg, wie es scheint…

Soviel vorerst von unserer Seite. Denn bis bald…

Wer bis hierhin gelesen hat, erhält eine Prämie in Höhe von einer Million Euro und den Platz auf der Titelseite der nächsten Feed-Magazin-Ausgabe.




4 Kommentare zu Die Kids würden es lieben, wäre es etwas anderes als das, was es ist


01 / von Marco
19. Oktober 2011 um 20:19

Ich möchte hier ungern meine Kontodaten veröffentlichen, wir müssten die Übergabe der eine Million Euro anderweitig vereinbaren…

Im Ernst: Ich fand die ursprüngliche Idee sehr spannend, kann mir aber auch vorstellen, dass die Finanzierung nicht so einfach ist. Aber mit den genannten Änderungen, der inhaltlichen Fokussierung und den Rubriken bleibt es ein überzeugendes Konzept.


02 / von Karsten
19. Oktober 2011 um 20:44

Hallo Marco,

ich komme dann demnächst mit einer Kiste Goldbarren bei Dir vorbei. (Wollte doch mal prüfen, ob das wirklich jemand bis zu Ende liest:))

Und vielen Dank für den Zuspruch. Wir sind im Grunde guter Dinge, dass das noch klappt. Auf jeden Fall bleiben wir am Ball…


03 / von bine
19. Oktober 2011 um 22:09

Foto hast Du ja, nech? Für die Titelseite meine ich ;-) ))
LG Bine


04 / von Karsten
19. Oktober 2011 um 22:12

Das wär ja jetzt schon die zweite Million. Naja, wir hams ja :)




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