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“Clubfans, das sind wir!” – Clubfans United, Fan-Magazin des 1. FC Nürnberg

von Alexander Endl / 5 Kommentare
30.01.2012 um 17:50 Uhr

“Clubfans, das sind wir!” Aber das muss man vielleicht ja mal erklären, was das ist, so ein “Club Fan”. Ein “Club” steht als Begriff ja erstmal generell für eine Vereinigung (Debattierclub) oder vielleich eine Location (Nachtclub) und nur wenigen wird außerhalb der vier Stadionwände wohl zwangsläufig eine Assoziation zu einer Fußballmannschaft gelingen. Dass der 1. FC Nürnberg schlicht “der Club” genannt wird und seine Fans konsequenterweise die “Clubfans” sind, hat Ursachen, die lange zurückliegen. Es war Anfang des letzten Jahrhunderts, als man gerade den Fußball von der Insel für sich entdeckte, als der fränkische Fußballverein das Maß aller Dinge in Deutschland war. “Der Club” stand für den Besten dieser neuen “football club”s in Deutschland. Und diese Ehrenbezeichnung ist dann synonym geblieben.

Clubfans United, das ist ein Fanmagazin im Internet dieser “Clubfans”, es ist genauer gesagt ein Internet-Fan-Projekt von Fans für Fans des 1. FC Nürnberg. Denn hier schreiben Fans des Clubs über den Verein, den Spieltag und alle Themen, die den Fan bewegen. Doch das war nicht von Anfang an so. Die Anfänge liegen lange zurück und sie sind verbunden mit dem Namen Stefan Helmer (im Bild oben links; rechts: Alexander Endl). Der 1. FC Nürnberg und das Internet, das war bereits 1995 ein Thema für ihn gewesen. Es war wahrscheinlich sogar die erste Informations- bzw. Fan-Seite über den 1. FC Nürnberg im Internet überhaupt. Einfach schon, weil zu der Zeit kaum eine Privat-Person einen Internet-Zugang hatte. Auch der Verein hatte zu dieser Zeit keine eigene “Homepage”.

Richtig angefangen hat dann alles Anfang 1996, als der 1. FC Nürnberg sang und klanglos aus der 2. Fussball-Bundesliga in die Regionalliga abgestiegen war. Tief in seiner Fanseele getroffen packte Helmer das Projekt “Der 1. FC Nürnberg im Internet” nun ganz im Stile des “Jetzt erst recht” an. Er packte Nachrichten, Ergebnissen und Tabellen, Umfragen etc. auf eine Internetseite – eine kleine Pionierleistung in der Fußballszene im Internet. Leider ist dies für die Nachwelt nicht mehr erhalten und die Bits & Bytes verschwanden im Datennirvana. Aber auf diesem Level ging es weiter bis Ende 1998. Erst danach legte Helmer aus beruflichen Gründen die ganze Sache erstmal auf Eis, schließlich gab es damals noch kein WordPress & Co. und neben der inhaltlichen Befüllung fraß auch die Programmierung enorm viel Zeit. Und so kam es, dass einige Jahre vorübergingen und erst im Jahr 2005, als die Blogs in Mode kamen und WordPress das Licht der Welt erblickte und damit die Pflege einer solchen Seite deutlich einfacher wurde, das ‘Projekt’ wieder aufblühte. Mit Beginn der Bundesliga-Saison 2005/2006 ging die Fanseite unter clubfans.de und nun als schönes modernes Blog wieder an den Start. Da meldete sich auch schon Alexander Endl, ein Franke im Exil in Frankfurt, der auf einen Aufruf zum Mitmachen reagierte und sich anbot, doch bisschen mitzuwirken, denn dieses Internet, der Club und das Schreiben sei so seine Sache als Hobby neben dem Beruf. Und da haben sich dann wohl zwei “gesucht und gefunden”.

Kontinuierlich ging es dann richtig steil aufwärts mit dem Club-Fan-Blog, daran konnte auch der leider notwendig gewordene Domainwechsel von clubfans.de zu Clubfans-United.de nichts ändern und auch nicht die diversen sportlichen Rückschläge des Lieblingsvereins. “United” als Namenszusatz gefiel den mittlerweile als gleichwertigen Partnern agierenden Endl und Helmer  – auch wegen der Assoziation zu den englischen Wurzeln des Fußballs, aber auch weil es nicht auf das Format Blog oder Internet einschränkte. Clubfans United ist einfach ein Fanmagazin, zwar technisch betrieben in Form eines Weblogs auf Basis von WordPress, aber das ist nicht mehr oder weniger als die technische Basis, nicht das Prinzip. Fanmagazin, das trifft es am einfach am Besten, eben ein Magazin, dass sich im Internet nahezu täglich mit dem FCN beschäftigt und dabei eine Plattform für Diskussionen, Spaß aber auch Wissen bietet. Und das ganz unabhängig von “politischen” oder wirtschaftlichen Interessen des Vereins oder den Sachzwängen eines Pressemediums. Fans bestimmen selbst ihre Inhalte – und die beiden Initiatoren? Die sehen sich eher als Impulsgeber und Moderatoren, denn als Meinungsmacher.

Ein journalistischer Hintergrund besteht übrigens nicht – bzw.: Ist nicht zwingend Voraussetzung. Auch wird kein solcher Anspruch erhoben. Zwischenzeitlich waren so auch schon 10 Fans als Autoren von Leitartikeln aktiv tätig. Das Gros des redaktionellen Inputs stammt aber weiter aus der Feder von Stefan Helmer und Alexander Endl, ergänzt um einen mittlerweile fast nicht mehr wegzudenkender “belschanov”, ein nun fast langjähriger Freiwilliger im Autorenteam, der mit seinen Tresengeschichten (teilweise in Mundart) ein unverzichtbarer Bestandteil wurde.

Dass sich heute das Blog nur noch Fanmagazin nennt, ist weniger ein Tribut eines Strategiewechsels denn der Kommunikation, erklären die beiden. “Blogs” sind in der breiten Bevölkerung und insbesondere in Fankreisen nie wirklich als Medium “ange- kommen”. Mit Fanmagazin (neudeutsch: Fanzine) verbindet man ad hoc da schon viel mehr, ohne viel erklären zu müssen.

 

Clubfans 2012

Heute, 2012, ist Clubfans United eine kleine ‘Institution’ in der fränkischen Fanszene geworden, jedenfalls im Internet, aber auch in den Medien und auch beim Verein. Kaum ein Redakteur rund um den Valznerweiher (Heimstätte des 1. FC Nürnberg), der das Fanmagazin nicht zumindest kennt oder gar seine Aufwartung schon machte. Man schätzt sich gegenseitig – jedenfalls die seriösen Medien – und bei 11Freunde, ZEIT online, Nürnberger Zeitung oder Spox finden sich Referenzen. Beim Verein selbst ist man gut bekannt, wird als Organ wahr- und ernstgenommen und auch mal im Pressespiegel zitiert. Clubfans United ist fest im “Kreislauf der Kommunikation”, sagt Katharina Wildermuth, Pressesprecherin des FCN, im Rahmen der Konferenz re:publica 2011 in Berlin. Eingeladen zu einem Diskussions-Panel rund um Blogs, Fankommunikation und Fußball auf der Konferenz hatte übrigens: Clubfans United.

Die Grenzen zwischen Medien und Blogs (oder eben “Fanmagazinen”) sind offen, konstatiert Stefan Helmer, aber das ist sicher nicht die Regel und vor allem eine Frage des Blogs/Fanmagazins selbst. Wer ernst genommen werden will und wer möchte, dass seine Stimme auch wahr genommen wird, der muss einige der Grundlagen selbst schaffen: Kontinuität, Bereitschaft sich auch an Spielregeln zu halten und nicht zuletzt Respekt voreinander, also auch vor dem Verein, den Medien und den handelnden Personen. Und nicht zuletzt muss man es auch einfach schaffen auf Dauer interessante Dinge für seine Leser zu finden und zu publizieren.

Die weitere Entwicklung ist bereits im vollen Gange – Social Web ist in aller Munde und will ausprobiert, befüllt, und entdeckt werden – Clubfans United ist mittendrin, ob Facebook, Twitter oder Google+ – Fankommunikation von Fan zu Fan eben ‘at its best’.

Und das ist und bleibt das Maß aller Dinge: Clubfans United ist kein Selbstzweck, es soll zeigen, was Fans auch im Internet auf die Beine stellen können für ihren Verein. Sie sind die digitalen Supporters ihres ‘Clubs’.

Text und Foto: Alexander Endl




5 Kommentare zu “Clubfans, das sind wir!” – Clubfans United, Fan-Magazin des 1. FC Nürnberg


[...] “Clubfans, das sind wir!” – Clubfans United, Fan-Magazin des 1. FC Nürnberg – Feed Maga… “Clubfans, das sind wir!” Aber das muss man vielleicht ja mal erklären, was das ist, so ein “Club Fan”. Ein “Club” steht als Begriff ja erstmal generell für eine Vereinigung (Debattierclub) oder vielleich eine Location (Nachtclub) und nur wenigen wird außerhalb der vier Stadionwände wohl zwangsläufig eine Assoziation zu einer Fußballmannschaft gelingen. Dass der 1. FC Nürnberg schlicht “der Club” genannt wird und seine Fans konsequenterweise die “Clubfans” sind, hat Ursachen, die lange zurückliegen. Es war Anfang des letzten Jahrhunderts, als man gerade den Fußball von der Insel für sich entdeckte, als der fränkische Fußballverein das Maß aller Dinge in Deutschland war. “Der Club” stand für den Besten dieser neuen “football club”s in Deutschland. Und diese Ehrenbezeichnung ist dann synonym geblieben. [...]


02 / von Karsten
31. Januar 2012 um 11:15

Ich bin ein absoluter Fan von solchen Hintergrund-Storys. Man kennt die Blogs, aber weniger die Geschichte und die Menschen dahinter. Finde ich spannend! Gibt es von Euch eigentlich wieder einen Auftritt bei der diesjährigen Re:publica? Eure “Vom Supporter zum Reporter”-Session war ja letztes Jahr ein echtes Highlight!


03 / von Alexander
1. Februar 2012 um 11:41

Wie las ich neu in einem Roman von Ana Gavalda: Alles im Leben sind Geschichten, sie werden nur selten erzählt.

Ich finde das auch immer sehr spannend und auch bei Leuten, die man persönlich kennt, ist der Aha-Effekt oft noch groß!

Auf der re:publica haben wir zumindest mal beim Call for Papers mitgemacht. Ab jetzt liegt es nicht mehr in unserer Hand.


04 / von Karsten
1. Februar 2012 um 13:44

Und unter Umständen lernt sogar der Porträtierte noch etwas über sich selbst :)

Dann sehen wir uns ja möglicherweise im Mai wieder in Berlin. Ich freu mich…


[...] Dortmunds schwatzgelb.de – die im Übrigen auch gerade im Feed Magazin portraitiert wurden, wie auch Clubfans United vor einigen Tagen. Die Welt ist manchmal [...]




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