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Bayer Leverkusen im Speziellen – Jens Peters von Catenaccio im Interview

von Karsten Marowski / 7 Kommentare
03.02.2012 um 10:09 Uhr

Hallo Jens, erzähl kurz etwas über Dich. Wo bist Du geboren, wo aufgewachsen, wo lebst Du derzeit? Sag soviel Du möchtest über Deinen Werdegang, Deine Ausbildung, Deinen Beruf.

Ich bin ein Münsteraner Urgestein. 1977 geboren und seit dem nie dort weggekommen, was einerseits ein bisschen schade ist, auf der anderen Seite aber doch ganz ok. Nicht mal für einen Job in Essen, habe ich Münster aufgegeben. Da bin ich lieber 4 Jahre 4 Stunden Tag für Tag gependelt. So viel zu Münster. Ich bin studierter Sportwissenschaftler und habe jahrelang nebenbei journalistisch gearbeitet. Da war die Lokalzeitung dabei mit dem ominösen Taubenzüchterverein. Später auch der Lokalsport, sowie die Mitarbeit bei dem ein oder anderen Onlineportal. Nach der Uni habe ich mich dann als Fotoredakteur verdingt, ehe ich dann letztes Jahr in den Social-Media-Bereich gewechselt bin. Da war der ein oder anderen Umweg im Lebenslauf dabei, aber es ging mir nie schlecht.

Warst Du immer schon fußballbegeistert? War es für Dich zwangsläufig und alternativlos Bayer-Fan zu werden?

Ehrlich gesagt sind meine ersten Fußballerinnerungen nicht die besten. Es war glaub ich mein 4. oder 5. Geburtstag und ich hatte so eine tolle neue Schallplatte geschenkt bekommen, die ich dann hören wollte. Da die großen Brüder und der Vater jedoch Fußball gucken wollten und es nur den Schallplattenspieler im Wohnzimmer neben dem TV gab, war das Geschrei natürlich groß. Also mein Geschrei. In der Grundschule hatte ich dann die ersten Berührungspunkte mit dem aktiven Sport Fußball. Irgendwann entschlossen wir uns dann zu Preußen Münster zu gehen und der Fußball hatte mein Herz dann vollends erobert. Da man aber als guter Junge auch einen Lieblingsverein in der Bundesliga haben musste, hat mich mein großes Herz nach einem bitteren Aus der Leverkusener im UEFA-Pokal 1986 dazu bewogen Fan aus Mitleid zu werden. Der Name war Programm. Manchmal wünschte ich mir, ich wäre Erfolgsfan geworden. Nun ja. Man wählt seinen Verein nicht, sondern er wählt dich.

Seit wann bewegst Du Dich publizierend im Netz? Gab es vor Catenaccio andere Angebote von Dir im Web? Wie und wann kam es dann zur Eröffnung Catenaccios?

Publizierend im Netz bin ich seit Ende der 90er unterwegs. Damals habe ich für Sport1.de die NHL-Eishockey-Zusammenfassungen geschrieben. Dann habe ich mir überlegt, dass ich diese Zusammenfassungen zweitverwerte und eine Eishockey-Newsseite und ein Forum dazu eröffne. Das lief ein paar Jahre ganz gut, bis ich dann die Sache dran gegeben habe. Als dann Blogs in Mode kamen, dachte ich, hey, das probierst du auch mal aus. Leider fehlte mir der lange Atem und das Konzept. 2008 war mir dann so langweilig auf meiner eigentlichen Arbeit, dass ich eine Ersatzbeschäftigung für die freien Stunden benötigte. Dieses mal ein Blog mit Konzept und der Auflage es eine Hinrunde zu probieren. Aus der Hinrunde sind jetzt fast vier Jahre geworden. Der Name Catenaccio resultierte aus dem äußerst attraktiven Spielsystem eines argentinischen Trainers, das vorsieht, dass sich 10 Feldspieler hinten reinstellen und man am Ende – bspws. durch ein mickriges Kontertor – dreckig 1:0 gewinnt. Also doch nicht so attraktiv, aber erfolg- reich, was aber jetzt nicht das Motto des Blogs sein soll.

Stell Deinen Blog kurz vor. Was für Beiträge findet der geneigte Leser dort?

Ich glaube, dass das Blog zunächst einmal für die Leverkusener Fans eine gute Anlaufstelle ist. Sie werden dort weniger Spielanalysen finden, dafür mehr Stimmungs- berichte. Aber immer irgendwie objektiv und unaufgeregt. Ich kann das große Geschrei, die Aufregung und die Wut des ein oder anderen Fußballfans nicht ertragen. Darüber hinaus ist das Blog relativ bekannt für Aktionen über die Werkself hinaus. Ob das nun Interviews mit Journalisten sind, Infografiken oder zuletzt immer wieder Videoprojekte. Man muss kein Bayer-Fan sein, um bei Catenaccio.de glücklich zu werden. Bei Twitter bekam ich neulich ein famoses Kompliment zum Videoprojekt “Fitzelkönig”:

“Gucke Fitzelkönig. Also wenn der @_catenaccio nicht bald für die Sportschau- redaktion arbeitet (besser: sie leitet) weiß ich auch nicht”. @PatschBella Und weiter: “Ernsthaft, mir fällt in der ganzen Blogosphäre niemand ein, der so kreativ ist und einfach etwas macht nicht nur drüber redet”. @PatschBella

Was ein bisschen deutlich machen soll, was bei Catenaccio.de so passiert.

Wie geht´s mit dem Catenaccio weiter? Wie sehen Deine persönlichen Zukunftspläne aus?

Wie gehört. Die Übernahme der Sportschau. Nein. Im Ernst. Für den Sommer habe ich eine Veränderung im Blog geplant – dazu aber dann später genaueres. Bis dahin werden die Leverkusener Dutt-Festspiele weiter abgearbeitet und ich werde die Videoecke, samt Fitzelkönig weiter ausbauen und professionalisieren. Weiterhin plane ich eine Koopera- tion in Form eines Videoformats mit einem Journalisten. Sonst werde ich mich einfach weiterhin über den Fußball freuen. Es kann manchmal so einfach sein.

Jens Peters, Catenaccio




7 Kommentare zu Bayer Leverkusen im Speziellen – Jens Peters von Catenaccio im Interview


01 / von David Reuters
3. Februar 2012 um 11:34

Herzlichen Glückwunsch an die investigative Abteilung des Feed-Magazins, die es tatsächlich geschafft hat, einen der 23 Leverkusen-Fans aufzutreiben. Bei denen ist noch Leidenschaft pur. Und die Stimmung im Stadion erst. Ein Orkan ist nichts dagegen.


02 / von Karsten
3. Februar 2012 um 11:49

Wir nehmen das Kompliment gerne an. ;-) Welchen Verein unterstützt Du denn, wenn ich fragen darf?


03 / von Jens
3. Februar 2012 um 12:06

Juchu. Randgruppenbashing!

Aber du hast tatsächlich Recht. Bayer-Fans gibts wenige, die Stimmung im Stadion ist auch eher mau, aber wie schon gesagt: Man wählt seinen Verein nicht, sondern er wählt dich.


04 / von Andi
3. Februar 2012 um 12:27

Klasse Interview! Ganz richtig, dass Jens die Aufmerksamkeit erhält, die er als kreativer König unter den Fußballbloggern absolut verdient.


05 / von David Reuters
3. Februar 2012 um 17:41

@Karsten: Ich drücke Sandale Nazareth und Barfuß Jerusalem die Daumen.


06 / von Karsten
3. Februar 2012 um 18:28

@David: Da muss man wohl auch die Daumen drücken. Hört sich ja gefährlich an! :)


07 / von Lars
20. März 2012 um 09:30

also, ich bin nicht der meinung, dass es wenige bayer fans gibt, ich bin auch einer ;)




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